CHRONIK DER VORTRÄGE

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Wie ein Bauer auf dem Feld, 1990

 

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Huldigung an Hafez 2, 2016

 

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Tücher, 2016

Filmpräsentation und Gespräch

Günther Uecker - Filme von Michael Kluth

Mittwoch, 28. September 2016, 19.00 Uhr

Konferenzraum

Im Anschluss: Dr. Heiderose Langer im Gespräch mit dem Filmregisseur Dr. Michael Kluth

 

Der Eintritt ist frei.

 

Vor zwei Jahren zeigte die Kunststiftung Erich Hauser eine Auswahl von Filmen des Filmregisseurs Michael Kluth über den international renommierten Künstler Günther Uecker (geb. 1930 in Wendorf/Mecklenburg). In diesem Jahr setzen wir die Präsentation mit weiteren ausgewählten Filmporträts von Michael Kluth über Leben und Werk Günther Ueckers fort.

 

Am Mittwoch, 28. September 2016, um 19.00 Uhr stellt die Kunststiftung Erich Hauser drei Filme von Michael Kluth vor, und zwar den ersten Film aus dem Jahr 1990 sowie zwei Filme von 2016. Seit über zwanzig Jahren begleitet der Filmemacher den Bildhauer und Installationskünstler Günther Uecker mit der Kamera. Es ist im Laufe der Jahre ein Mosaik aus komprimierten, widersprüchlichen und leidenschaftlichen Bildern der verschiedenen Arbeits- und Lebensphasen von Günther Uecker entstanden. Michael Kluth hat den Künstler nicht nur in seinem Düsseldorfer Atelier besucht und ihn bei der Arbeit gefilmt, sondern auch bei seinen weltweiten Ausstellungen, zum Beispiel in Vietnam, Japan und Havanna, begleitet. In den Filmen werden immer wieder Verbindungslinien gezogen, vom Atelier in die Öffentlichkeit, vom Künstlerstatement zum kunstwissenschaftlichen Kommentar, von biografischen zu gesellschaftspolitischen Kontexten. 

 

Im ersten von Michael Kluth produzierten Film mit dem Titel „Wie ein Bauer auf dem Feld“ werden zentrale Werke aus einzelnen Werkphasen dokumentiert ebenso wichtige große Ausstellungen. Museumsdirektoren geben persönliche Statements ab. Darüber hinaus begleitet der Filmemacher den Künstler in seine Heimat Mecklenburg. Dort spricht er über seine Herkunft, sein Verhältnis zur Natur und über sein  künstlerisches Handeln. „Meine Herkunft ist auch meine Gegenwart“, sagt Uecker.

 

Die Verletzung des Menschen durch den Menschen ist das zentrale Thema Ueckers, so auch in dem 2016 produzierten Film „Tücher“. Hier trifft Michael Kluth den Künstler auf der Halbinsel Wustrow, auf der er seine Kindheit verbrachte. Gefühle von Heimat verbinden sich mit erschütternden Erinnerungsbildern. 1945 wurde er von sowjetischen Soldaten gezwungen, Leichen des havarierten Schiffes Kap Arkona, die an den Strand gespült wurden, zu verscharren. Er zieht in seinem Tücher-Projekt auch eine Verbindung zur aktuellen Flüchtlingssituation. Einen weiteren Aspekt seines Werkes thematisiert der ebenfalls 2016 entstandene Film „Günther Uecker - Huldigung an Hafez“. In diesem Film setzt er sich mit einem der bedeutendsten persischen Dichter auseinander und überträgt die poetische Sprache der Verse von Hafez in eigene von Farbe und Rhythmen geprägte Bilder. 

 

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Erich Hauser in der Werkstatt in Dunningen, 1960er-Jahre

Foto: Bruno Krupp

 

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Prof. Peter Iden

Foto: Charalambos Triantafillidis

Vortrag

Das Glück einer frühen Entdeckung - Peter Iden und Erich Hauser

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 19.00 Uhr

Konferenzraum
 
Der Eintritt ist frei.
 
Zum Ende des Jubiläumsjahres - die Kunststiftung Erich Hauser feiert 2016 ihr 20jähriges Bestehen - findet ein Vortrag des renommierten Theater- und Kunstkritikers Professor Peter Iden statt. Am Mittwoch, 19. Oktober, um 19.00 Uhr spricht er unter dem Titel „Das Glück einer frühen Entdeckung“ über seine jahrzehntelange Verbindung zu Erich Hauser, den er 1963 im Rahmen des „Kunstpreises junger Westen“ kennenlernte und immer wieder in seiner Dunninger Werkstatt und dann auf seinem Anwesen in Rottweil besuchte und so kontinuierlich seinen künstlerischen Werdegang verfolgte. Als Freund, Autor und Förderer richtet er in seinem Vortrag den Blick auf die frühe Begegnung mit dem jungen Bildhauer und die künstlerische Entwicklung seines Werkes im Kontext der Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit formt sich aus den Erinnerungen an die persönlichen Begegnungen mit dem Künstler und der Betrachtung seines bildhauerischen Oeuvres ein facettenreiches Porträt Erich Hausers - als Mensch und Künstler. Außerdem richtet er seinen Blick auch auf die Galerieszene der 1960er-Jahre, vor allem im Südwesten, und Erich Hausers Wirken im öffentlichen Raum.
 
In einem Katalogbeitrag, verfasst 1966 für eine Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen Erich Hausers in der Galerie Brusberg, beschreibt Peter Iden seine Sicht auf Hausers Arbeitsprozess: „Die herrlichen und herrlich nützlichen Maschinen in seinem Atelier in Dunningen setzt Hauser ein, den schweren Werkstoff gefügig zu machen, ein verlängerter Arm, den er kommandiert, sicher und mit Respekt vor dem Stoff und seiner Eigenart und mit Respekt vor der Leistung der Apparate. Das bleibt alles doch „Handarbeit“, Kunst eine 10-Stunden-Tätigkeit an jedem Tag. Nicht Produktion ist das Stichwort, sondern Arbeit. Die Behandlung der Flächen an der vorläufig fertigen Plastik ist sorgfältig, die Intensität des Nachschliffs tönt das Material“.
 
Peter Iden, (*1938), studierte Philosophie, Geschichte und Theaterwissenschaften in Frankfurt am Main und Wien. Er war von 1978 bis 1989 Gründungsdirektor des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und bis 2000 Ressortleiter Feuilleton der Frankfurter Rundschau. 1980 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main berufen, an der er Leiter der Abteilung Schauspiel war. Peter Iden lebt als Publizist in der Mainmetropole.
 

 


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Wolfgang Stehle, Bildbetrachtungshilfe, 2001 
Pulverbeschichteter Stahl, Eiche, Zink, je 170 x 100 x 80 cm 
Foto: Wolfgang Stehle

Vortragsreihe „Der Betrachter und die Kunst“ 

„Der erschöpfte Betrachter. Kunst und Ausstellungen in Zeiten globaler Vernetzung“
Jörg Heiser, Kunstkritiker und Chefredakteur von „Frieze“, Berlin
 
Dienstag, 21. April, 19.00 Uhr
 
Zeitgenössische Mega-Ausstellungen – gleichzeitig an mindestens fünf Orten, mit zahllosen Werken aus aller Welt, jedes Energie-, Zeit- und Beurteilungsfähigkeitskonto überziehend usw. – sind zu einer Art globalen Suchmaschine geworden. Das Problem dabei ist der Wille der Kuratoren, etwas Allumfassendes, Enzyklopädisches, eben „google-haft“ Weltumspannendes zu leisten. Wie kann man sich als Kunstbetrachter angesichts dessen seine Urteilsfähigkeit bewahren und die Perspektivejene Urteilsfähigkeit entwickeln, die solche Ausstellungen oft vermissen lassen? Wie gehen Künstler umgekehrt mit der Einbindung ins Kalkül großer Institutionen und international arbeitender Kuratoren um?  
 
Anschließend: Marko Lulic, Künstler, Wien, im Gespräch mit Jörg Heiser
 
Konferenzraum
Der Eintritt ist frei.
 

 
Vortragsreihe „Der Betrachter und die Kunst“ 
Erklären, ausstellen, vermitteln, kuratieren: Von den vielen Tätigkeiten im Umgang mit der Kunst”
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Kunstwissenschafter und freier Autor, Leipzig/Wien 
 
Donnerstag, 21. Mai, 19.00 Uhr
 
Der Umgang mit Kunst war während der gesamten Moderne geprägt von Rezipienten, die die Werke nicht besaßen, sondern sie im Museum, bei Ausstellungen, vielleicht auch nur durch Reproduktionen auf sich wirken ließen. Sie bemühten sich dabei um eine sekundäre Aneignung, lernten also, durch diverse Praktiken des Sprechens, Schreibens, Interpretierens das Nicht-Besitzen zu kompensieren.  Der Vortrag beleuchtet einige der Aneignungspraktiken der Moderne und grenzt sie von Formen des Umgangs mit Kunst ab, die typisch für diejenigen sind, welche sie sammeln und besitzen.
 
Konferenzraum
Der Eintritt ist frei.
 

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Abendöffnung des Parks

Von den Niederungen des Seins oder Tutti bikini capta sunt

Autorenlesung mit der Journalistin und Schriftstellerin Adrienne Braun, Stuttgart

Freitag, 17. Juli 2015, ab 19:00 Uhr

 

Programmablauf:
19.00 Uhr
Öffnung des Parks

19.15 Uhr
Die Klangkünstlerin Monika Golla stellt die elektroakustische Komposition As clear as day (2015) vor - wiedergegeben durch die im Skulpturenpark installierten Lautsprecher.

20.00 Uhr
Adrienne Braun, Journalistin, liest aus ihrem Buch „Von den Niederungen des Seins oder Tutti bikini capta sund.

Anschließend
Führung durch den Park mit Heide Friederichs

Erich Hauser legte großen Wert auf die Beleuchtung des Parkes und seiner Skulpturen sowie die Installation eines Audio-Systems. Der nächtliche Spaziergang durch den Skulpturenpark wird dieses Mal mit der Soundkomposition von Monika Golla zu einem akustischen Erlebnis.

Der Eintritt ist frei.
Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt.


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Erwin Wurm - Der Künstler der die Welt verschluckt, 2012
Ein Film von Laurin Merz

Filmpräsentation und Gespräch

Erwin Wurm - Der Künstler der die Welt verschluckt, 2012

Ein Film von Laurin Merz, PiXiU Films, Zürich

Donnerstag, 24. September 2015, 19:00 Uhr

Im Anschluss: Dr. Heiderose Langer im Gespräch mit dem Filmregisseur

 

Einladung Filmabend Erwin Wurm [PDF]

 


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Filmpräsentation und Gespräch

Günther Uecker, Filme von Michael Kluth aus den Jahren 1993 und 2005

Mittwoch, 5. November, 19.00 Uhr

 

Anschließend: Dr. Alexander Tolnay, freier Kurator, im Gespräch mit dem Filmregisseur Michael Kluth.


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Vortragsreihe

Related  - Kunst, Natur, Körper und Aufstand

 

Konferenzraum

 

Der Eintritt ist frei.

 

Mittwoch, 15. Mai 2013, 19.00 Uhr

Skulptur und Landschaft

Irene Ferchl und Florian Ahlborn lesen Lyrik und Prosa über (das spannungsvolle Verhältnis zwischen) Natur und Kunst

 

Die Texte thematisieren Vielerlei: den Übergang von der wilden, ungezähmten Natur zur gestalteten Parklandschaft, das Kunstwerk im (öffentlichen) Raum ergo Skulpturenpark, den Baum als Solitär, als beeindruckende Plastik und in seiner Rolle im Mythos. Sie führen das Publikum durch eine literarische Landschaft, in der ihm menschlicher Gestaltungswille und Pflanzenschönheit ebenso begegnet wie ein Ort der Kontemplation oder der unerwarteten Abenteuer. Die Auswahl versammelt klassische und moderne Gedichte oder Prosa von J. W. von Goethe bis Lutz Seiler. 

 

Irene Ferchl, Schriftstellerin, Publizistin und Kulturjournalistin, seit 1993 Herausgeberin und Chefredakteurin des Literaturblattes für Baden-Württemberg

Florian Ahlborn, Dipl.-Sprecher und -Sprecherzieher, Dozent an verschiedenen Bildungsinstitutionen, u.a. an der Folkwang Universität der Künste Essen


Mittwoch, 5. Juni, 19.00 Uhr

Prof. Dr. Helen Koriath, Universität Osnabrück

Körperpräsenz und Begegnung – Das Bild vom Körper in der zeitgenössischen Kunst 

 

Der menschliche Körper ist heute durch mediale Bilder und Konstrukte bestimmt. Er wurde für obsolet erklärt und für die Stabilisierung sozialer Beziehungen ist nicht mehr die Anwesenheit, sondern vielmehr die Erreichbarkeit einer Person entscheidend. Dennoch - das zeigt die aktuelle Kunst- und Ausstellungspraxis - besteht ein starkes Verlangen nach Bildern von Körpern und danach, den Körper und seine Bedürfnisse aus multiplen Perspektiven zu betrachten und zu untersuchen. Zunehmend erfährt die Performance-Kunst Aufmerksamkeit, die intersubjektive Begegnungen inszeniert sowie Interaktionen zwischen Menschen begünstigt und provoziert.

 

Prof. Dr. Helen Koriath, Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin und Autorin, seit 2007 Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück


Mittwoch, 10. Juli, 19.00 Uhr

Prof. Dr. Robert Kudielka, Berlin

Kunst als Aufstand – Der konservative Rebell Erich Hauser

 

Das “kriegerische” Temperament Erich Hausers, mit dem er es anderen und nicht zuletzt sich selbst schwer machte, ist bekannt. Die beliebten Erklärungen, es habe sich dabei um eine individuelle Veranlagung oder eine generationstypische Haltung gehandelt, treffen nur zum Teil zu, denn politisch war der Bildhauer eher konservativ eingestellt. Hauser entsprach dem Bild des “Anarchisten mit konservativen Neigungen”, das Bertolt Brecht vom Künstler gezeichnet hat. Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit dieser Widerspruch nicht in einem größeren Zusammenhang als eine Grundstellung von Kunst überhaupt gesehen werden kann.

 

Prof. Dr. Robert Kudielka, Kunstwissenschaftler, Publizist, Kurator, von 1978 bis 2010 Professor am Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik der Universität der Künste Berlin, von 2003 bis 2010 Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin


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Abb. Rolf Bier, high noon, 2002

C-Print, 55 x 85cm

Rolf Bier, VG Bild-Kunst

Podiumsdiskussion

Alles eine Frage der Perspektive –
Erfolg und Scheitern im Kunstbetrieb

Samstag, 10. November 2012, 18.00 Uhr
Konferenzraum

 

Teilnehmer
Prof. Rolf Bier, Künstler/Professor, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Prof. Dr. Dirk Boll, Europachef Christie’s, London
Kathrin Rost, Künstlerin und Kuratorin, Kassel

Moderator
Dr. Christian Saehrendt, Kunsthistoriker und Publizist, Berlin und Thun (CH)

Am Samstag, 10. November, 18.00 Uhr findet in der Kunststiftung Erich Hauser eine Podiumsdiskussion zum Thema „Alles eine Frage der Perspektive – Erfolg und Scheitern im Kunstbetrieb“ statt. Drei Diskutanten aus verschiedenen Bereichen des Kunstbetriebes werden auf dem Podium sitzen: Prof. Dirk Boll, Europachef von Christie’s, London, Kunstmarktexperte und Autor des Buches „Kunst ist käuflich, Freie Sicht auf den Kunstmarkt“; Prof. Rolf Bier, Künstler und Professor an der Kunstakademie Stuttgart; Kathrin Rost, Künstlerin und freie Kuratorin in Kassel. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Dr. Christian Saehrendt. Der in Thun und Berlin lebende Kunsthistoriker und Publizist machte im letzten Jahr durch seine fiktive Künstlerbiografie „Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger“ auf sich aufmerksam und agierte auf der diesjährigen Documenta als kritischer Kommentator des erfolgreichen Kunstgroßereignisses.

Gerade ist die Documenta zu Ende gegangen. Ist eine Teilnahme automatisch als Garantie für einen künstlerischen Karrieresprung zu sehen? Beachtung in der Kunstöffentlichkeit zu erlangen, bedeutet zugleich Wichtigkeit und Relevanz, Nichtbeachtung lässt den Künstler und sein Werk fast unsichtbar werden. Aufmerksamkeit wird so zu einem entscheidenden Kriterium.

Ob sich ein Künstler im unteren Aufmerksamkeitsbereich des Kunstbetriebes oder ganz oben befindet, hängt maßgeblich von seinem kommunikativen Geschick und seiner gekonnten Selbstdarstellung in der Kunstöffentlichkeit ab. Er muss sehen, wie er in den Kunstbetrieb „reinkommt“ und dort auch bleibt. Der Kunstbetrieb funktioniert nach seinen eigenen Regeln und ist ein Netzwerk von vielen Akteuren: Galeristen, Kuratoren, Sammler, Akademieprofessoren, Kunsthändler, Auktionatoren und Kritiker. Messbar ist der finanzielle Erfolg des Künstlers. Und als ausschlaggebend für die Bedeutung des Künstlers gilt sein Renommee in der Fachwelt, denn sein Name und sein Ranking bestimmen den Wert der Kunst. Zu fragen ist, was an den Randbereichen oder gar außerhalb dieses Systems passiert? Tummeln sich hier die Erfolglosen und Unglücklichen, die hoffnungslos Gescheiterten?

Der Eintritt ist frei.

 

Links zu den Audiodateien der Podiumsdiskussion:


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Erich Hausers Röhrenplastik 8/73 an der Landesvertretung Baden-Württemberg

Dr. Bärbel Küster, Universität Stuttgart
»Kunst und Demokratie«.

Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00 Uhr
Konferenzraum, Kunststiftung Erich

 

Hauser Henry Moores »Two Large Forms« vor dem Bundeskanzleramt avancierten in der Bonner Republik zu den bekanntesten Skulpturen im öffentlichen Raum. Schon drei Jahre zuvor, 1973, hatte die Landesvertretung Baden-Württemberg Erich Hauser seine Röhrenplastik »8/73« am Rhein realisieren lassen. Hausers Plastik symbolisierte wie kaum ein anderes Kunst-am-Bau-Projekt am Rhein die Verbindung von Kunst und Demokratie und setzte diese Idee – anders als Henry Moore – auch formal außerordentlich konsequent um. Einen geradezu ironischen Schlagschatten auf die öffentliche Kunstförderung wirft das weitere Schicksal dieses herausragenden Werkes an seinem späteren Standort in Stuttgart. Der Eintritt ist frei.


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Szenarien und Perspektiven im Skulpturenpark

Der Park ist nicht nur für Bäume da

Donnerstag 23. September 2010 16.00 bis ca. 21.00 Uhr
Konferenzraum, Kunststiftung Erich Hauser

 

Referenten:
Dr. Elisabeth Fiedler
Österreichischer Skulpturenpark am Universalmuseum Joanneum, Graz

 

Dr. Martin Henatsch
Herbert-Gerisch-Stiftung, Neumünster

Christoph Schäfer
Künstler, Parc Fiction, Hamburg

Prof. Dr. Udo Weilacher
Technische Universität München

 

PD Dr. Ruth Wöbkemeier
Universität Bremen

Während bis Mitte des 20. Jahrhunderts der »Ausstellungsraum« im Grünen museal verstanden und die Landschaft als Kulisse oder Bühne gesehen wurde, hat sich dies in den 1960er-Jahren geändert. Natur und Skulptur definieren sich nun wechselseitig. Ausgehend von einer speziellen Form des Skulpturengartens, dem Künstlerpark, wie er auch von Erich Hauser angelegt wurde, soll im Rahmen des Symposiums der Blick zurück auf die kunsthistorische Tradition geworfen und ebenso der Fokus auf die aktuelle Präsentation und Interaktion von Skulptur im Kontext von Natur und Landschaft gerichtet werden.

 

Zum Flyer im PDF-Format


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Yves Netzhammer, »Möbel der Proportionen«, 2008,
Mixed Media Installationsansicht, San Francisco MOMA
Foto: Ian Reeves, Courtesy Galerie Anita Beckers,
Frankfurt/M.
Sammlung DekaBank, Frankfurt am Main

Vortrag

Video / skulptural und installativ

Anita Beckers, Galeristin, Frankfurt/M

2009

 

In ihrem Vortrag wird Anita Beckers über skulpturale und installative Elemente in der aktuellen Videokunst sprechen. Inwiefern lassen sich „bewegte Bilder“ mit dem Medium Skulptur in Verbindung bringen? Präsentationsformen werden schon in den 60er-Jahren entwickelt, die mittels Fernsehgeräten und Monitoren das Videobild in den realen Raum transportieren und ihm in Installationen und Performances skulpturalen Charakter geben.

 

Unter dem Begriff „Videoskulptur“ gewinnt seit den 80er-Jahren diese künstlerische Gattung immer größere Bedeutung. Inzwischen beziehen raumgreifende Video-Projektionen in Kombination mit skulpturalen Elementen und Licht den Betrachter auch körperlich in die virtuellen Erzählwelten ein.

 

Anita Beckers setzt sich schon ihrer Frankfurter Galerie seit über 10 Jahren für Videokunst ein. International bekannte Videokünstler wie Björn Melhus, Yves Netzhammer und Julia Oschatz wurden von ihr maßgeblich gefördert. Außerdem ist sie Direktorin für Medienkunst des Studio Residency Program JA.CA in Belo Horizonte (Brasilien).


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Werkpräsentation

„Zerbrochene Räume“

Marko Lulic, Wien

2009

 


Marko Lulic, der in diesem Jahr den Werkstattpreis erhalten hat, wird seine skulpturale und installative Arbeit vorstellen und dabei auch über seine Projekte im öffentlichen Raum sprechen, die realisierten und die nicht realisierten. 
 
„In den letzten zehn Jahren habe ich mich in meiner Arbeit sehr stark mit Körper und Raum beschäftigt. Ein großer Teil davon war der Skulptur der Moderne und da wiederum der Skulptur im öffentlichen Raum gewidmet. Die Arbeiten sind zu einem großen Teil referenziell und beziehen sich auf die Kunstgeschichte, aber sie tun das, trotz eines konzeptuellen Ansatzes, als Bildhauerei, aus dem Objekt heraus, an der Form arbeitend. Alle Arbeiten, auch die, die direkte Remakes sind, haben immer den Charakter des „Begreifens“ und „Nachzeichnens“ im buchstäblichen Sinne.“ (Marko Lulic) 


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Thomas Schütte, Projekt: Modell für ein Museum, Hansewinkelplatz Münster, 2007
Foto: Roman Mensing/artdoc.de

Vortrag

Crossing und Hotspot
Kunst im öffentlichen Raum heute


Vitus H. Weh, Kunstkritiker, Museumsberater und Ausstellungsmacher, Wien

2009

 

Die Utopie des öffentlichen Raums verspricht einen hierarchiefreien Ort, um Meinungen, Blicke, Gesten und Gaben auszutauschen. In der Realität aber ist ein innerstädtischer Platz permanent überlagert von kommerziellen, repräsentativen oder sonstigen Partikularinteressen. Auch die Kunst hat in diesen Kampfarenen lange Zeit die Machtkarte ausgespielt: Wie viele Plätze können für die Kunst erobert werden? Wie viel Publikum kann eine Plastik „konfrontieren“?


Aber es geht auch anders. Der Vortrag präsentiert künstlerische Strategien, die nicht auf die „Drop-Sculpture“ setzen, nicht ein autonomes Werk platzieren wollen, sondern sich auf die Umgebung einlassen und es produktiver finden, einen Ort oder eine vorhandene Skulptur künstlerisch zu kommentieren, als eine neue zu erschaffen.
 

 


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Abbildung aus Jörg Heiser,
Plötzlich diese Übersicht – Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht,
Berlin 2007

Vortrag

„Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“

Jörg Heiser

2008

 

„Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“ – unter diesem Titel fragt Jörg Heiser (geb. 1968), Berlin, Kunstkritiker für die Süddeutsche Zeitung und Chefredakteur der Kunstzeitschrift frieze, nach Kriterien für die Beurteilung zeitgenössischer künstlerischer Werke. Von allem gibt es mehr: mehr Künstler, mehr Sammler, mehr Galerien, mehr Museen, mehr Kunstmessen, mehr Publikum. Nur von einem gibt es weniger: Kriterien. Wie die Kunst verstehen und beurteilen? Sind die jungen Leipziger Maler mit ihren fein gepinselten Visionen automatisch gut, weil sich amerikanische Sammler um sie reißen? Was sagen gestiegene Auktionspreise über den Wert eines Werkes? Slapstick - eine künstlerische Methode als Antwort auf romantische Konzeptualität?

 

Jörg Heiser erläutert in seinem Vortrag Ideen, Haltungen und Methoden der zeitgenössischen Kunst im Beziehungsgeflecht von Kunstmarkt und allgemeinem Spektakel. Dabei gibt er anschaulich und begreiflich einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Gegenwartskunst.


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Sonja Vordermaier, Teefontäne, aus der Fotoserie "Strange Order", 2003/04

Vortrag

Über den Skulpturenbegriff

Dr. Peter Funken, Kurator, Kunstjournalist und Autor, Berlin

2007

 

Seit den 60er Jahren wurde die autonome Skulptur aufgrund der Erweiterung des Kunstbegriffes – z. B. durch Joseph Beuys` Vorstellung einer „sozialen Plastik“ – von neuen Formen und Gestaltungsansätzen zwar nicht völlig abgelöst, aber doch in Frage gestellt: Installationen, Objekte, Performance-, Land- und Video-Art, ortsbezogene oder zeitlich begrenzte Installationen, Stadtimplantate sowie eine zeitgemäße „Kunst im öffentlichen Raum“ ergänzten das Spektrum klassisch-plastischer Formulierungen und sind mittlerweile zu Ausdrucksmedien in einer Welt gesellschaftlicher Brüche und Perspektiven geworden. Der Vortrag von Dr. Peter Funken stellt diese Entwicklung vor und möchte sie in der Diskussion mit der Werkstattstipendiatin Sonja Vordermaier und dem Publikum thematisieren.

 


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Martin Walde, Hallucigenia I, 1989

Werkpräsentation

Martin Walde, Wien

2007

 

Martin Walde (geb. 1957), ehemaliger Documenta-Teilnehmer und international agierender Künstler, ist einer "Phänomenologie der Veränderung" auf der Spur, indem er zum Beispiel durch chemische und physikalische Prozesse sein Material transformiert, Interventionen im öffentlichen Raum vornimmt und den Betrachter am Produktionsprozess beteiligt. Ausstellungsräume werden zu Werkstätten, in denen der Besucher als Gesprächspartner oder aktiv Mitwirkende tätig werden kann. Partizipation und Interaktion sind zentrale Begriffe seiner zumeist raumbezogenen Arbeiten. Statt von Skulptur, Objekt oder Installation zu sprechen, trifft daher eher der Begriff „performativer InterAktion“ (Maia Damianovic) auf seine Arbeiten zu. Weitere Informationen unter www.martinwalde.at.

 


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Vortragsreihe 2006

Start up – Strategien und Karrieren im Kunstbetrieb

 

Künstlerkarriere im Zeitalter des Starkults

Kathrein Weinhold, Galeristin und Dozentin, Berlin

 

„Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg im 21. Jahrhundert“. Mit diesem Satz beschreibt Kathrein Weinhold den Zeitgeist im Kunstmarkt. Aufmerksamkeit zieht neue Aufmerksamkeit nach sich. Doch sie kann auch sehr kurzlebig sein. In ihrem Vortrag charakterisiert sie die Mechanismen von Markt, Marketing und Künstlerkarrieren. Im letzten Jahr erschien in diesem Zusammenhang ihr viel beachtetes Buch „Selbstmanagement im Kunstbetrieb, Handbuch für Kunstschaffende“.

 


 

Kunstakademien im Spannungsfeld zwischen Elfenbeinturm und Kunstmarkt

Prof. Ottmar Hörl, Präsident der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und Prof. Dr. Ludger Hünnekens, Rektor der Akademie der bildenden Künste Stuttgart im Gespräch mit Bernd Fesel, Freier Kulturberater und Generalsekretär des europäischen Galerienverbandes

 

Wenn heute vom Künstler-Unternehmer, von Starkult und Slebtsvermarktung die Rede ist, müssen sich Kunstakademien fragen, ob sich diese Orientierung am Kunstmarkt mit ihren Ausbildungsbedingungen und Leitbildern vereinbaren lässt. Reicht es aus, wenn Kunstakademien einen Platz im „Elfenbeinturm“ und somit einen autonomen Freiraum für kreatives Arbeiten bereitstellen oder strebt der angehende Künstler nach für ihn bisher nicht vorgesehenen Orten und Positionen? Historisch gewachsene Künstlerkriterien wie Authentizität und Originalität stehen zur Diskussion. Künstlerinnen und Künstler definieren ihre Rolle neu. Wie reagieren Kunstakademien auf diesen Wandel des Künstlerselbstverständnisses?

 


 

Gruppenstrategien und Künstlernetzwerke im Ausstellungsbetrieb des 19. und 20. Jahrhunderts

PD Dr. Ruth Wöbkemeier, Universität Bremen

 

Karriereplanung gibt es in der Kunst nicht erst seit heute. Als es mit den Ruhm- und Parnass-Geschichten ein Ende nahm, träumte man in Rom, Paris, London und anderswo nicht, sondern ergriff die vielfältigen neuen Öffentlichkeitsformen. Der romantische Künstler als Unternehmer, Freund und Netzwerker zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Skandale der Impressionisten, die zielgruppenorientierte Arbeit der Expressionisten, die gleichzeitig dem Spektakel und Alltagsmarketing geneigten Avantgarden – sie alle entwickelten neue Formen künstlerischer Existenzen. Sie zeigen uns, dass die Vermischung der Sphären jenseits der Mythen den „reinen Künstler“ nicht korrumpierte, sondern oft Kreativität, neue Formen und unerwartete Perspektiven freigesetzt hat.