CHRONIK DER VORTRÄGE

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Wie ein Bauer auf dem Feld, 1990

 

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Huldigung an Hafez 2, 2016

 

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Filmstill aus dem Film Günther Uecker – Tücher, 2016

Filmpräsentation und Gespräch

Günther Uecker - Filme von Michael Kluth

Mittwoch, 28. September 2016, 19.00 Uhr

Konferenzraum

Im Anschluss: Dr. Heiderose Langer im Gespräch mit dem Filmregisseur Dr. Michael Kluth

 

Der Eintritt ist frei.

 

Vor zwei Jahren zeigte die Kunststiftung Erich Hauser eine Auswahl von Filmen des Filmregisseurs Michael Kluth über den international renommierten Künstler Günther Uecker (geb. 1930 in Wendorf/Mecklenburg). In diesem Jahr setzen wir die Präsentation mit weiteren ausgewählten Filmporträts von Michael Kluth über Leben und Werk Günther Ueckers fort.

 

Am Mittwoch, 28. September 2016, um 19.00 Uhr stellt die Kunststiftung Erich Hauser drei Filme von Michael Kluth vor, und zwar den ersten Film aus dem Jahr 1990 sowie zwei Filme von 2016. Seit über zwanzig Jahren begleitet der Filmemacher den Bildhauer und Installationskünstler Günther Uecker mit der Kamera. Es ist im Laufe der Jahre ein Mosaik aus komprimierten, widersprüchlichen und leidenschaftlichen Bildern der verschiedenen Arbeits- und Lebensphasen von Günther Uecker entstanden. Michael Kluth hat den Künstler nicht nur in seinem Düsseldorfer Atelier besucht und ihn bei der Arbeit gefilmt, sondern auch bei seinen weltweiten Ausstellungen, zum Beispiel in Vietnam, Japan und Havanna, begleitet. In den Filmen werden immer wieder Verbindungslinien gezogen, vom Atelier in die Öffentlichkeit, vom Künstlerstatement zum kunstwissenschaftlichen Kommentar, von biografischen zu gesellschaftspolitischen Kontexten. 

 

Im ersten von Michael Kluth produzierten Film mit dem Titel „Wie ein Bauer auf dem Feld“ werden zentrale Werke aus einzelnen Werkphasen dokumentiert ebenso wichtige große Ausstellungen. Museumsdirektoren geben persönliche Statements ab. Darüber hinaus begleitet der Filmemacher den Künstler in seine Heimat Mecklenburg. Dort spricht er über seine Herkunft, sein Verhältnis zur Natur und über sein  künstlerisches Handeln. „Meine Herkunft ist auch meine Gegenwart“, sagt Uecker.

 

Die Verletzung des Menschen durch den Menschen ist das zentrale Thema Ueckers, so auch in dem 2016 produzierten Film „Tücher“. Hier trifft Michael Kluth den Künstler auf der Halbinsel Wustrow, auf der er seine Kindheit verbrachte. Gefühle von Heimat verbinden sich mit erschütternden Erinnerungsbildern. 1945 wurde er von sowjetischen Soldaten gezwungen, Leichen des havarierten Schiffes Kap Arkona, die an den Strand gespült wurden, zu verscharren. Er zieht in seinem Tücher-Projekt auch eine Verbindung zur aktuellen Flüchtlingssituation. Einen weiteren Aspekt seines Werkes thematisiert der ebenfalls 2016 entstandene Film „Günther Uecker - Huldigung an Hafez“. In diesem Film setzt er sich mit einem der bedeutendsten persischen Dichter auseinander und überträgt die poetische Sprache der Verse von Hafez in eigene von Farbe und Rhythmen geprägte Bilder. 

 

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Erich Hauser in der Werkstatt in Dunningen, 1960er-Jahre

Foto: Bruno Krupp

 

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Prof. Peter Iden

Foto: Charalambos Triantafillidis

Vortrag

Das Glück einer frühen Entdeckung - Peter Iden und Erich Hauser

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 19.00 Uhr

Konferenzraum
 
Der Eintritt ist frei.
 
Zum Ende des Jubiläumsjahres - die Kunststiftung Erich Hauser feiert 2016 ihr 20jähriges Bestehen - findet ein Vortrag des renommierten Theater- und Kunstkritikers Professor Peter Iden statt. Am Mittwoch, 19. Oktober, um 19.00 Uhr spricht er unter dem Titel „Das Glück einer frühen Entdeckung“ über seine jahrzehntelange Verbindung zu Erich Hauser, den er 1963 im Rahmen des „Kunstpreises junger Westen“ kennenlernte und immer wieder in seiner Dunninger Werkstatt und dann auf seinem Anwesen in Rottweil besuchte und so kontinuierlich seinen künstlerischen Werdegang verfolgte. Als Freund, Autor und Förderer richtet er in seinem Vortrag den Blick auf die frühe Begegnung mit dem jungen Bildhauer und die künstlerische Entwicklung seines Werkes im Kontext der Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit formt sich aus den Erinnerungen an die persönlichen Begegnungen mit dem Künstler und der Betrachtung seines bildhauerischen Oeuvres ein facettenreiches Porträt Erich Hausers - als Mensch und Künstler. Außerdem richtet er seinen Blick auch auf die Galerieszene der 1960er-Jahre, vor allem im Südwesten, und Erich Hausers Wirken im öffentlichen Raum.
 
In einem Katalogbeitrag, verfasst 1966 für eine Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen Erich Hausers in der Galerie Brusberg, beschreibt Peter Iden seine Sicht auf Hausers Arbeitsprozess: „Die herrlichen und herrlich nützlichen Maschinen in seinem Atelier in Dunningen setzt Hauser ein, den schweren Werkstoff gefügig zu machen, ein verlängerter Arm, den er kommandiert, sicher und mit Respekt vor dem Stoff und seiner Eigenart und mit Respekt vor der Leistung der Apparate. Das bleibt alles doch „Handarbeit“, Kunst eine 10-Stunden-Tätigkeit an jedem Tag. Nicht Produktion ist das Stichwort, sondern Arbeit. Die Behandlung der Flächen an der vorläufig fertigen Plastik ist sorgfältig, die Intensität des Nachschliffs tönt das Material“.
 
Peter Iden, (*1938), studierte Philosophie, Geschichte und Theaterwissenschaften in Frankfurt am Main und Wien. Er war von 1978 bis 1989 Gründungsdirektor des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und bis 2000 Ressortleiter Feuilleton der Frankfurter Rundschau. 1980 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main berufen, an der er Leiter der Abteilung Schauspiel war. Peter Iden lebt als Publizist in der Mainmetropole.
 

 


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Wolfgang Stehle, Bildbetrachtungshilfe, 2001 
Pulverbeschichteter Stahl, Eiche, Zink, je 170 x 100 x 80 cm 
Foto: Wolfgang Stehle

Vortragsreihe „Der Betrachter und die Kunst“ 

„Der erschöpfte Betrachter. Kunst und Ausstellungen in Zeiten globaler Vernetzung“
Jörg Heiser, Kunstkritiker und Chefredakteur von „Frieze“, Berlin
 
Dienstag, 21. April, 19.00 Uhr
 
Zeitgenössische Mega-Ausstellungen – gleichzeitig an mindestens fünf Orten, mit zahllosen Werken aus aller Welt, jedes Energie-, Zeit- und Beurteilungsfähigkeitskonto überziehend usw. – sind zu einer Art globalen Suchmaschine geworden. Das Problem dabei ist der Wille der Kuratoren, etwas Allumfassendes, Enzyklopädisches, eben „google-haft“ Weltumspannendes zu leisten. Wie kann man sich als Kunstbetrachter angesichts dessen seine Urteilsfähigkeit bewahren und die Perspektivejene Urteilsfähigkeit entwickeln, die solche Ausstellungen oft vermissen lassen? Wie gehen Künstler umgekehrt mit der Einbindung ins Kalkül großer Institutionen und international arbeitender Kuratoren um?  
 
Anschließend: Marko Lulic, Künstler, Wien, im Gespräch mit Jörg Heiser
 
Konferenzraum
Der Eintritt ist frei.
 

 
Vortragsreihe „Der Betrachter und die Kunst“ 
Erklären, ausstellen, vermitteln, kuratieren: Von den vielen Tätigkeiten im Umgang mit der Kunst”
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Kunstwissenschafter und freier Autor, Leipzig/Wien 
 
Donnerstag, 21. Mai, 19.00 Uhr
 
Der Umgang mit Kunst war während der gesamten Moderne geprägt von Rezipienten, die die Werke nicht besaßen, sondern sie im Museum, bei Ausstellungen, vielleicht auch nur durch Reproduktionen auf sich wirken ließen. Sie bemühten sich dabei um eine sekundäre Aneignung, lernten also, durch diverse Praktiken des Sprechens, Schreibens, Interpretierens das Nicht-Besitzen zu kompensieren.  Der Vortrag beleuchtet einige der Aneignungspraktiken der Moderne und grenzt sie von Formen des Umgangs mit Kunst ab, die typisch für diejenigen sind, welche sie sammeln und besitzen.
 
Konferenzraum
Der Eintritt ist frei.
 

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Abendöffnung des Parks

Von den Niederungen des Seins oder Tutti bikini capta sunt

Autorenlesung mit der Journalistin und Schriftstellerin Adrienne Braun, Stuttgart

Freitag, 17. Juli 2015, ab 19:00 Uhr

 

Programmablauf:
19.00 Uhr
Öffnung des Parks

19.15 Uhr
Die Klangkünstlerin Monika Golla stellt die elektroakustische Komposition As clear as day (2015) vor - wiedergegeben durch die im Skulpturenpark installierten Lautsprecher.

20.00 Uhr
Adrienne Braun, Journalistin, liest aus ihrem Buch „Von den Niederungen des Seins oder Tutti bikini capta sund.

Anschließend
Führung durch den Park mit Heide Friederichs

Erich Hauser legte großen Wert auf die Beleuchtung des Parkes und seiner Skulpturen sowie die Installation eines Audio-Systems. Der nächtliche Spaziergang durch den Skulpturenpark wird dieses Mal mit der Soundkomposition von Monika Golla zu einem akustischen Erlebnis.

Der Eintritt ist frei.
Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt.


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Erwin Wurm - Der Künstler der die Welt verschluckt, 2012
Ein Film von Laurin Merz

Filmpräsentation und Gespräch

Erwin Wurm - Der Künstler der die Welt verschluckt, 2012

Ein Film von Laurin Merz, PiXiU Films, Zürich

Donnerstag, 24. September 2015, 19:00 Uhr

Im Anschluss: Dr. Heiderose Langer im Gespräch mit dem Filmregisseur

 

Einladung Filmabend Erwin Wurm [PDF]

 


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Symposium

Kunst transformiert - Der Wert der Kunst im Wandel

Freitag und Samstag, 30. und 31. Oktober 2015

Das Symposium ist ausgebucht. Eine Warteliste ist angelegt.

 

Ein gemeinsames Projekt der Sammlung Grässlin, St. Georgen, der Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil, Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen und der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen

Was Künstler, Ausstellungsmacher, Kunstwissenschaftler, Kunstkritiker und ein Psychologe und Hirnforscher über den 'Wert der Kunst' zu sagen haben, das ist beim Symposium 'Kunst transformiert – Der Wert der Kunst im Wandel' am 30. und 31. Oktober 2015 in der Sammlung Grässlin in St. Georgen zu erfahren.

 

Bei dem zweitägigen Symposium werden Aspekte der Beweglichkeit und der Veränderlichkeit von Werten im Umgang mit Kunst im Vordergrund stehen. Vorträge aus den Bereichen der klassischen Kunstwissenschaft, der Kunstkritik, dem Kunstmarkt und der Psychologie reflektieren dabei mit Blick auf den diagnostizierten Wertewandel das Veränderungspotenzial der Kunst und des 'Betriebssystems Kunst': Welche Werte generiert die Kunst? Wie verhält sich das Wertesystem der Künstler zu Wertbildungsprozessen im 'Betriebssystem Kunst' einschließlich des boomenden Kunstmarktes? Wie funktionieren die Mechanismen und Strategien zur ökonomischen Wertschöpfung und wer ist daran beteiligt? Wie reagieren zeitgenössische Künstler auf die Einflussnahme durch Akteure des Ausstellungsbetriebes und des Kunstmarktes? Wie hat sich die gesellschaftliche Wertschätzung von Kunst in den letzten Jahren verändert?

 

Diesen und weiteren Fragen stellen sich die eingeladenen ReferentInnen und Künstler gemeinsam mit den Symposiumsteilnehmern. Dabei berichten die Künstler Daniel Bräg, Marko Lulić, Tobias Rehberger und Claus Richter aus der Sicht der Kunstschaffenden über den 'Wert ihrer Kunst'. Dr. Christian Demand, Kulturphilosoph und Herausgeber des Merkur (Eröffnungsvortrag), Prof. Dr. Monika Wagner, Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Hamburg, ('Vom Wert der Arbeit, des Materials und der Kunst'), Dr. Katja Blomberg, Direktorin und künstlerische Leiterin am Haus am Waldsee in Berlin ('Wer schafft den Wert der Kunst?') Prof. Dr. Lars Muckli, Institute of Neuroscience and Psychology an der University of Glasgow ('Wie unser Gehirn Überraschung verarbeitet und was das mit Ästhetik zu tun hat'), Prof. Dr. Dirk Boll, Institut für Kultur- und Medienmanagement in Hamburg und Managing Director Christie’s Continental Europe in London ('Vom unbekannten Künstler zum Art Branding
in 8 Schritten') und Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet, Kunstgeschichtliches Institut der Universität Bonn ('Wertschöpfungsketten der Gegenwart – wozu Kunstgeschichte?') untersuchen aus je unterschiedlicher Perspektive Fragen zum 'Wert der Kunst im Wandel'. . Die abschließende Podiumsdiskussion mit den ReferentInnen moderiert Stefan Koldehoff von der Kulturredaktion des Deutschlandfunks.

 

Zum 'Projektnetzwerk ›Reden über Kunst‹' hatten sich 2009 der Leiter der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen Wendelin Renn, Dr. Heiderose Langer, Geschäftsführerin der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil und Dr. Astrid Ihle, Sammlungsleiterin der Sammlung Grässlin in St. Georgen verbunden. Das 'Projektnetzwerk' realisierte 2011 das zweitägige Symposium 'Von der Macht der Kunst – Strategien zur Unsterblichkeit' in der Kunststiftung Erich Hauser und 2013 die Podiumsdiskussion im historischen Ratssaal von Hans Herkommer im Rathaus Schwenningen zum Thema 'Freiheitskrise? Zum Anspruch künstlerischer Autonomie in der Gegenwartskunst'.

 

Bei der dritten Veranstaltung des ›Projektnetzwerks 'Reden über Kunst'‹ sind die Kunsthistorikerin Christina Korzen, neue Sammlungsleiterin der Sammlung Grässlin und als vierter Partner die Sammlung 'Fürstenberg Zeitgenössisch' in Donaueschingen mit der Kunsthistorikerin Antonia von Weichs, die dort auch die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet, hinzugekommen.

 

Zum Symposium laden die Veranstalter herzlich ein.

 

Einladung Symposium 2015 [PDF]

Pressespiegel zum Symposium [PDF]


 

Mittwoch, 5. November, 19.00 Uhr

Filmpräsentation und Gespräch

Günther Uecker, Filme von Michael Kluth aus den Jahren 1993 und 2005

Anschließend: Dr. Alexander Tolnay, freier Kurator, im Gespräch mit dem Filmregisseur Michael Kluth.

 

Samstag, 12. Oktober, 17.00 Uhr

Podiumsdiskussion

 

Freiheitskrise? Zum Anspruch künstlerischer Autonomie in der Gegenwartskunst

 

Eine Veranstaltung des Projektnetzwerks 'Reden über Kunst' im Rathaus Schwenningen

 

Dr. Heiderose Langer von der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil, Dr. Astrid Ihle von der Sammlung Grässlin in St. Georgen und Wendelin Renn von der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen haben vor drei Jahren das Projektnetzwerk 'Reden über Kunst' ins Leben gerufen. Ziel dieser Kooperation ist im gemeinsamen Wirken in der Kunstvermittlung Synergien zu erzielen und durch Veranstaltungen einen regen Austausch über Positionen aktuellen Kunstschaffens zu ermöglichen. 

 

Nach dem erfolgreichen Symposium zum Thema 'Von der Macht der Kunst – Strategien zur Unsterblichkeit' im Jahr 2011 laden die drei Kunstinstitutionen nun im Herbst 2013 zur zweiten gemeinsamen Veranstaltung ein: Am Samstag, dem 12. Oktober 2013 findet um 17.00 Uhr im großen Saal im Rathaus Schwenningen, Marktplatz 1, 78054 Villingen-Schwenningen, eine Podiumsdiskussion statt. Mit der Moderation von Prof. Dr. Georg Imdahl, Kunstwissenschaftler an der Kunstakademie in Münster, diskutieren die Kunstkritikerin Adrienne Braun aus Stuttgart, Urs Raussmüller, Künstler, Sammler und Initiator der Hallen für neue Kunst in Schaffhausen, Dr. Ulrike Gross, Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart sowie die Frankfurter Künstlerin Tamara Gric über das Thema 'Freiheitskrise? Zum Anspruch künstlerischer Autonomie in der Gegenwartskunst'. 

 

Die Fragestellung zur 'Freiheit in der Kunst' geht von der These aus, dass das Konzept der Freiheit in der zeitgenössischen Kunst im Begriff ist, seine Potentiale aufzugeben. Ausgehend von Friedrich Schillers Postulat zur 'Autonomie der Kunst' und Heinrich Bölls Aussage "Kunst ist Freiheit" soll darüber diskutiert werden, wie dieser Anspruch im 21. Jahrhundert behauptet bzw. überhaupt noch reklamiert werden kann angesichts der Bedingungen und vielfachen Zwänge – seien diese wirtschaftlicher, politischer oder ideologischer Art – die künstlerische Praxis heute definieren. Nutzen Künstler die Freiheit, die Kunst ermöglicht oder sind sie gefangen im Netz des Kunstbetriebs mit seinen Abhängigkeiten vom Kunstmarkt, den Wünschen der Sammler und Kuratoren sowie Machtstrategien und ökonomischen Versprechungen? Und in welchem Verhältnis steht die persönliche Freiheit zur künstlerischen Freiheit? 

 

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnete Wassily Kandinsky den Künstler im Leben als nicht frei, in der Kunst hingegen als frei. Und heute? Dient die künstlerische Freiheit der persönlichen Freiheit, weil machtbewusste Artisten im Kunstbetrieb aktiv und einflussreich in eigener Sache unterwegs sind? Es scheint, zumindest in der westlichen Welt, eine Ausnahme zu sein, wenn künstlerische und persönliche Freiheit auf existentielle Weise miteinander verquickt sind, wie der chinesische Künstler Ai Weiwei formuliert: "...ich wollte einfach nur Künstler werden, weil ich dachte, es wäre der einzige Weg, ein wenig Freiheit zu haben."

 

Aus Freiheit erwächst immer auch Verantwortung. Wie stehen Künstler dazu? Verantwortung zieht Verbindlichkeiten mit sich, kann ungemütlich sein. Passt das überhaupt in eine Zeit, in der Künstler gelernt haben, stets flexibel und (markt-)konform zu agieren. Ist es ihnen vielleicht sogar Recht, Verantwortung (Freiheit) abzugeben – an Kuratoren, Sammler, Kritiker? 

 

Macht Kunst vielleicht sogar unfrei? Auf der documenta 2012 in Kassel und in anderen Großausstellungen, v. a. Kunstbiennalen wird propagiert, dass eine soziale oder politische Begründung der künstlerischen Arbeit notwendig sei, um Kunst zu machen – was die Tradition der Aufklärung und der künstlerischen Freiheit negiert. Es ist deshalb zu fragen, ob alleine die gesellschaftspolitische Kunst den Anspruch des Künstlers auf Freiheit rechtfertigt? Muss mit aller Macht die Kunst in den Dienst der politischen Sache gestellt werden? Und welchen Einfluss haben in diesem Zusammenhang die Kuratoren? Verhindern sie die künstlerische Freiheit auf Selbstbestimmung durch vorgegebene Konzepte und in Auftrag gegebene Projekte, wie dies u.a. bei der letzten documenta der Fall war? 

 

Zusätzlich zur Podiumsdiskussion bietet die Sammlung Grässlin in St. Georgen vorab um 11:00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung 'Günther Förg – Werke aus der Sammlung'. Danach besteht Gelegenheit zu einem Imbiss im Restaurant Kippys, das der Sammlung Grässlin angegliedert ist. Um 14:00 Uhr lädt die Kunststiftung Erich Hauser zum Besuch der Ausstellung Benjamin Appel, dem Werkstattpreisträger 2013. Um 17:00 Uhr beginnt dann die Podiumsdiskussion im großen Ratssaal im Rathaus Schwenningen, dem bedeutenden Bau des spätexpressionistischen Architekten Hans Herkommer. Im Anschluß daran lädt die Städtische Galerie alle Teilnehmer in die Ausstellung 'Bridget Riley – Prints 1962-2012' zu einem kleinen Empfang mit Imbiss und Umtrunk ein.

 

 

Termin

Samstag, 12. Oktober 2013, 17:00 Uhr

 

Ort

Rathaus Schwenningen, großer Sitzungssaal

Marktplatz 1, 78054 Villingen-Schwenningen

Teilnahmegebühr 10.00 Euro

Anmeldung bis Freitag, 11. Oktober

Abendkasse 15.00 Euro, beinhaltet Soft-Getränke, Kaffee/Tee, Imbiss beim Empfang in der Städtischen Galerie,

Ausstellung Bridget Riley, Prints 1962-2012

 

vorab Rahmenprogramm:

11:00 Uhr: Führung durch die Ausstellung

'Günther Förg – Werke aus der Sammlung'

Sammlung Grässlin

Museumsstraße 2

78112 St. Georgen

 

Möglichkeit zum Mittagessen

Restaurant Kippys/Sammlung Grässlin

Selbstanmeldung: 07724/948802

 

14:00 Uhr: Führung durch den Skulpturenpark Erich Hausers 

und Besichtigung der Ausstellung von Benjamin Appel

Kunststiftung Erich Hauser

Saline 36

78628 Rottweil

 

Weitere Informationen: Siehe Programmflyer

 

Lesung und Vorträge

Related  - Kunst, Natur, Körper und Aufstand  

Konferenzraum

Der Eintritt ist frei.

 

Mittwoch, 15. Mai 2013, 19.00 Uhr

Skulptur und Landschaft

Irene Ferchl und Florian Ahlborn lesen Lyrik und Prosa über (das spannungsvolle Verhältnis zwischen) Natur und Kunst

 

Die Texte thematisieren Vielerlei: den Übergang von der wilden, ungezähmten Natur zur gestalteten Parklandschaft, das Kunstwerk im (öffentlichen) Raum ergo Skulpturenpark, den Baum als Solitär, als beeindruckende Plastik und in seiner Rolle im Mythos. Sie führen das Publikum durch eine literarische Landschaft, in der ihm menschlicher Gestaltungswille und Pflanzenschönheit ebenso begegnet wie ein Ort der Kontemplation oder der unerwarteten Abenteuer. Die Auswahl versammelt klassische und moderne Gedichte oder Prosa von J. W. von Goethe bis Lutz Seiler. 

 

Irene Ferchl, Schriftstellerin, Publizistin und Kulturjournalistin, seit 1993 Herausgeberin und Chefredakteurin des Literaturblattes für Baden-Württemberg

Florian Ahlborn, Dipl.-Sprecher und -Sprecherzieher, Dozent an verschiedenen Bildungsinstitutionen, u.a. an der Folkwang Universität der Künste Essen

 

 

Mittwoch, 5. Juni, 19.00 Uhr

Prof. Dr. Helen Koriath, Universität Osnabrück

Körperpräsenz und Begegnung – Das Bild vom Körper in der zeitgenössischen Kunst 

 

Der menschliche Körper ist heute durch mediale Bilder und Konstrukte bestimmt. Er wurde für obsolet erklärt und für die Stabilisierung sozialer Beziehungen ist nicht mehr die Anwesenheit, sondern vielmehr die Erreichbarkeit einer Person entscheidend. Dennoch - das zeigt die aktuelle Kunst- und Ausstellungspraxis - besteht ein starkes Verlangen nach Bildern von Körpern und danach, den Körper und seine Bedürfnisse aus multiplen Perspektiven zu betrachten und zu untersuchen. Zunehmend erfährt die Performance-Kunst Aufmerksamkeit, die intersubjektive Begegnungen inszeniert sowie Interaktionen zwischen Menschen begünstigt und provoziert.

 

Prof. Dr. Helen Koriath, Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin und Autorin, seit 2007 Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück

 

 

Mittwoch, 10. Juli, 19.00 Uhr

Prof. Dr. Robert Kudielka, Berlin

Kunst als Aufstand – Der konservative Rebell Erich Hauser

 

Das “kriegerische” Temperament Erich Hausers, mit dem er es anderen und nicht zuletzt sich selbst schwer machte, ist bekannt. Die beliebten Erklärungen, es habe sich dabei um eine individuelle Veranlagung oder eine generationstypische Haltung gehandelt, treffen nur zum Teil zu, denn politisch war der Bildhauer eher konservativ eingestellt. Hauser entsprach dem Bild des “Anarchisten mit konservativen Neigungen”, das Bertolt Brecht vom Künstler gezeichnet hat. Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit dieser Widerspruch nicht in einem größeren Zusammenhang als eine Grundstellung von Kunst überhaupt gesehen werden kann.

 

Prof. Dr. Robert Kudielka, Kunstwissenschaftler, Publizist, Kurator, von 1978 bis 2010 Professor am Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik der Universität der Künste Berlin, von 2003 bis 2010 Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin

 

 

 

 

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Podiumsdiskussion

 

Alles eine Frage der Perspektive –

Erfolg und Scheitern im Kunstbetrieb

 
Links zu den Audiodateien der Podiumsdiskussion:
 
 

 

Samstag, 10. November 2012, 18.00 Uhr

Konferenzraum

 

Teilnehmer

Prof. Rolf Bier, Künstler/Professor, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Prof. Dr. Dirk Boll, Europachef Christie’s, London

Kathrin Rost, Künstlerin und Kuratorin, Kassel

 

Moderator

Dr. Christian Saehrendt, Kunsthistoriker und Publizist, Berlin und Thun (CH)

 

Am Samstag, 10. November, 18.00 Uhr findet in der Kunststiftung Erich Hauser eine Podiumsdiskussion zum ThemaAlles eine Frage der Perspektive – Erfolg und Scheitern im Kunstbetrieb“ statt. Drei Diskutanten aus verschiedenen Bereichen des Kunstbetriebes werden auf dem Podium sitzen: Prof. Dirk Boll, Europachef von Christie’s, London, Kunstmarktexperte und Autor des Buches „Kunst ist käuflich, Freie Sicht auf den Kunstmarkt“; Prof. Rolf Bier, Künstler und Professor an der Kunstakademie Stuttgart; Kathrin Rost, Künstlerin und freie Kuratorin in Kassel. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Dr. Christian Saehrendt. Der in Thun und Berlin lebende Kunsthistoriker und Publizist machte im letzten Jahr durch seine fiktive Künstlerbiografie „Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger“ auf sich aufmerksam und agierte auf der diesjährigen Documenta als kritischer Kommentator des erfolgreichen Kunstgroßereignisses.

 

Gerade ist die Documenta zu Ende gegangen. Ist eine Teilnahme automatisch als Garantie für einen künstlerischen Karrieresprung zu sehen? Beachtung in der Kunstöffentlichkeit zu erlangen, bedeutet zugleich Wichtigkeit und Relevanz, Nichtbeachtung lässt den Künstler und sein Werk fast unsichtbar werden. Aufmerksamkeit wird so zu einem entscheidenden Kriterium.

 

Ob sich ein Künstler im unteren Aufmerksamkeitsbereich des Kunstbetriebes oder ganz oben befindet, hängt maßgeblich von seinem kommunikativen Geschick und seiner gekonnten Selbstdarstellung in der Kunstöffentlichkeit ab. Er muss sehen, wie er in den Kunstbetrieb „reinkommt“ und dort auch bleibt. Der Kunstbetrieb funktioniert nach seinen eigenen Regeln und ist ein Netzwerk von vielen Akteuren: Galeristen, Kuratoren, Sammler, Akademieprofessoren, Kunsthändler, Auktionatoren und Kritiker. Messbar ist der finanzielle Erfolg des Künstlers. Und als ausschlaggebend für die Bedeutung des Künstlers gilt sein Renommee in der Fachwelt, denn sein Name und sein Ranking bestimmen den Wert der Kunst. Zu fragen ist, was an den Randbereichen oder gar außerhalb dieses Systems passiert? Tummeln sich hier die Erfolglosen und Unglücklichen, die hoffnungslos Gescheiterten?

 

Der Eintritt ist frei.

Abb.

Rolf Bier, high noon, 2002

C-Print, 55 x 85 cm

Rolf Bier, VG Bild-Kunst

 

 

Symposion

 

Von der Macht der Kunst – Strategien zur Unsterblichkeit

 

Ein gemeinsames Projekt der Sammlung Grässlin, St. Georgen, der Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil und der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen 

 

Veranstaltungsort: Kunststiftung Erich Hauser, Saline 36, 78628 Rottweil 

Termin: 4. und 5. November 2011 

 

Vortragsprogramm herunterladen→

Presseinformationen (zip)→

 



Am Status des Unsterblichseins des Künstlers arbeiten viele mit: Künstlerwitwen und Museums-kuratoren, Kunstjournalisten, Galeristen und Sammler und nicht zuletzt zu Lebzeiten auch der Künstler selbst, zum Beispiel durch die Gründung eines Museums oder einer Stiftung.  

 

Das Symposium 'Von der Macht der Kunst – Strategien zur Unsterblichkeit', das am 4. und 5. November 2011 in der Kunststiftung Hauser in Rottweil stattfindet, kreist um den Mythos des (abwesenden) Künstlers. In Referaten und Diskussionsrunden sollen Fragen und Themenbereiche reflektiert werden, die von der Unsterblichkeitsidee im europäischen Künstlerkult, über das Künstlersein als bewusste (Selbst-)Inszenierung bis zu Methoden der Nachlassverwaltung, der posthumen Rekonstruktion und Präsentation von Kunstwerken sowie der Erhaltung digitaler Medienkunstwerke für die Nachwelt reichen.

 

Welche Herausforderungen stellt der Tod des Künstlers an Galeristen, Kuratoren und Sammler? Florian Berktold, Direktor der Galerie Hauser & Wirth in Zürich legt in seinem Vortrag den Fokus auf Überlegungen zur "Rekonstruktion von Kunstwerken als Relikt und Reliquie oder Neuinter-pretation" und thematisiert das Problem des abwesenden Künstlerwillens und -blicks. In diesem Zusammenhang stellt Dr. Susanne Gaensheimer, Kommissarin des deutschen Pavillons auf der 54. Biennale von Venedig, ihren Erfahrungsbericht über die Gestaltung des deutschen Pavillons mit Werken des 2010 verstorbenen Regisseurs und Aktionskünstlers Christoph Schlingensief vor. Fragen zur Wiederherstellung und Neuinterpretation bzw. Neubewertung thematisiert auch die Berliner Künstlerin Nairy Baghramian, die 2008 im Rahmen der fünften Berlin Biennale das Werk von Janette Laverrière, Altmeisterin der französischen Innenarchitektur (1909-2011), in den Kunstkontext einführte.  

 

Zur Frage "Wie lange hält der Atem des Künstlers" nehmen der Künstler Prof. Timm Ulrichs und die Journalistin Susanne Kippenberger Stellung. Timm Ulrichs, der schon vor Jahrzehnten in einer Grabinschrift den Kunstbetrachter dazu aufrief: "Denken Sie daran, mich zu vergessen!", spricht in seinem Beitrag über vergangene und zukünftige Unsterblichkeitsstrategien. "Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden": Mit diesem Satz persiflierte der 1997 verstorbene Künstler Martin Kippenberger den Typus des leidenden, unverstandenen, genialen Künstlers sowie die mit diesem Künstlerbild einhergehenden Marketingstrategien. Dieses Statement aufgreifend beschreibt Susanne Kippenberger, Autorin des Buches 'Kippenberger. Der Künstler und seine Familien', teils aus sehr persönlicher Sicht die künstlerische Auseinandersetzung ihres Bruders mit dem Thema Tod und Unsterblichkeit sowie dessen posthume Wiederentdeckung bzw. Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb.  

 

Die Kunstwissenschaftlerin PD Dr. Ruth Wöbkemeier erörtert in ihrem Vortrag "Die andere Seite – Vom Verschwinden und Wiederauftauchen in der Moderne", wie in der Schwellenzeit um 1900 sich verändernde Erinnerungs- und Gedächtnismodelle mit dem allgemeinen Wandel von Körper-, Raum- und Zeitgefühl zusammenhängen – und zwar mit Blick auf eine sich verschiebende Kultur des Todes. Dabei meint 'Die andere Seite' nicht nur das Jenseits sondern auch Mythenbildungen und Remythisierungen als Strategien des Kunstbetriebs.  

 

Wie lange leben digitale Kunstwerke? Anhand von ausgewählten Beispielen setzt sich Prof. Dr. Hans Dieter Huber nicht nur mit Fragen einer sachgerechten Lagerung, Archivierung und Dokumentation auseinander, sondern auch mit der Funktion von originalen und authentischen Bestandteilen für die ästhetische Erfahrung eines Werkes sowie Strategien und ethischen Maximen für die Langzeiterhaltung des digitalen kulturellen Erbes. 

 

 

Im Rahmen des Begleitprogramms werden Videofilme von Philippe Grammaticopoulos, Franziska Megert, Björn Melhus & Yves Netzhammer gezeigt.

 

Eingeladene ReferentenInnen:

 

Nairy Baghramian, Künstlerin, Berlin

Florian Berktold, Direktor der Galerie Hauser und Wirth, Zürich

Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin Museum Moderne Kunst, Frankfurt am Main

Prof. Dr. Hans Dieter Huber, Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Susanne Kippenberger, Journalistin, Berlin

Prof. Timm Ulrichs, Künstler, Hannover

PD Dr. Ruth Wöbkemeier, Universität Bremen  

 

 


Dr. Bärbel Küster, Universität Stuttgart 
»Kunst und Demokratie«.

Erich Hausers Röhrenplastik 8/73 an der Landesvertretung Baden-Württemberg

Mittwoch, 19. Mai, 19.00 Uhr 2010 Konferenzraum, Kunststiftung Erich

Hauser Henry Moores »Two Large Forms« vor dem Bundeskanzleramt avancierten in der Bonner Republik zu den bekanntesten Skulpturen im öffentlichen Raum. Schon drei Jahre zuvor, 1973, hatte die Landesvertretung Baden-Württemberg Erich Hauser seine Röhrenplastik »8/73« am Rhein realisieren lassen. Hausers Plastik symbolisierte wie kaum ein anderes Kunst-am-Bau-Projekt am Rhein die Verbindung von Kunst und Demokratie und setzte diese Idee – anders als Henry Moore – auch formal außerordentlich konsequent um. Einen geradezu ironischen Schlagschatten auf die öffentliche Kunstförderung wirft das weitere Schicksal dieses herausragenden Werkes an seinem späteren Standort in Stuttgart. Der Eintritt ist frei.

 

 

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Der Park ist nicht nur für Bäume da

 

Szenarien und Perspektiven im Skulpturenpark
Donnerstag 23. September  2010 16.00 bis ca. 21.00 Uhr
Konferenzraum, Kunststiftung Erich Hauser

Referenten:
Dr. Elisabeth Fiedler
Österreichischer Skulpturenpark am  Universalmuseum Joanneum, Graz

Dr. Martin Henatsch
Herbert-Gerisch-Stiftung, Neumünster

Christoph Schäfer
Künstler, Parc Fiction, Hamburg

 

Prof. Dr. Udo Weilacher
Technische Universität München

PD Dr. Ruth Wöbkemeier
Universität Bremen

Während bis Mitte des 20. Jahrhunderts der »Ausstellungsraum« im Grünen museal verstanden und die Landschaft als Kulisse oder Bühne gesehen wurde, hat sich dies in den 1960er-Jahren geändert. Natur und Skulptur definieren sich nun wechselseitig. Ausgehend von einer speziellen Form des Skulpturengartens, dem Künstlerpark, wie er auch von Erich Hauser angelegt wurde, soll im Rahmen des Symposiums der Blick zurück auf die kunsthistorische Tradition geworfen und ebenso der Fokus auf die aktuelle Präsentation und Interaktion von Skulptur im Kontext von Natur und Landschaft gerichtet werden.

 Zum Flyer im PDF-Format ->

 

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Vortragsreihe 2006

Start up – Strategien und Karrieren im Kunstbetrieb

 

Kathrein Weinhold, Galeristin und Dozentin, Berlin

Künstlerkarriere im Zeitalter des Starkults

„Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg im 21. Jahrhundert“. Mit diesem Satz beschreibt Kathrein Weinhold den Zeitgeist im Kunstmarkt. Aufmerksamkeit zieht neue Aufmerksamkeit nach sich. Doch sie kann auch sehr kurzlebig sein. In ihrem Vortrag charakterisiert sie die Mechanismen von Markt, Marketing und Künstlerkarrieren. Im letzten Jahr erschien in diesem Zusammenhang ihr viel beachtetes Buch „Selbstmanagement im Kunstbetrieb, Handbuch für Kunstschaffende“.

 

Prof. Ottmar Hörl, Präsident der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und Prof. Dr. Ludger Hünnekens, Rektor der Akademie der bildenden Künste Stuttgart im Gespräch mit Bernd Fesel, Freier Kulturberater und Generalsekretär des europäischen Galerienverbandes

Kunstakademien im Spannungsfeld zwischen Elfenbeinturm und Kunstmarkt

Wenn heute vom Künstler-Unternehmer, von Starkult und Slebtsvermarktung die Rede ist, müssen sich Kunstakademien fragen, ob sich diese Orientierung am Kunstmarkt mit ihren Ausbildungsbedingungen und Leitbildern vereinbaren lässt. Reicht es aus, wenn Kunstakademien einen Platz im „Elfenbeinturm“ und somit einen autonomen Freiraum für kreatives Arbeiten bereitstellen oder strebt der angehende Künstler nach für ihn bisher nicht vorgesehenen Orten und Positionen? Historisch gewachsene Künstlerkriterien wie Authentizität und Originalität stehen zur Diskussion. Künstlerinnen und Künstler definieren ihre Rolle neu. Wie reagieren Kunstakademien auf diesen Wandel des Künstlerselbstverständnisses?

 

PD Dr. Ruth Wöbkemeier, Universität Bremen

Gruppenstrategien und Künstlernetzwerke im Ausstellungsbetrieb des 19. und 20. Jahrhunderts

Karriereplanung gibt es in der Kunst nicht erst seit heute. Als es mit den Ruhm- und Parnass-Geschichten ein Ende nahm, träumte man in Rom, Paris, London und anderswo nicht, sondern ergriff die vielfältigen neuen Öffentlichkeitsformen. Der romantische Künstler als Unternehmer, Freund und Netzwerker zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Skandale der Impressionisten, die zielgruppenorientierte Arbeit der Expressionisten, die gleichzeitig dem Spektakel und Alltagsmarketing geneigten Avantgarden – sie alle entwickelten neue Formen künstlerischer Existenzen. Sie zeigen uns, dass die Vermischung der Sphären jenseits der Mythen den „reinen Künstler“ nicht korrumpierte, sondern oft Kreativität, neue Formen und unerwartete Perspektiven freigesetzt hat.

 

Vorträge 2007

 

Dr. Peter Funken, Kurator, Kunstjournalist und Autor, Berlin

Über den Skulpturenbegriff

Seit den 60er Jahren wurde die autonome Skulptur aufgrund der Erweiterung des Kunstbegriffes – z. B. durch Joseph Beuys` Vorstellung einer „sozialen Plastik“ – von neuen Formen und Gestaltungsansätzen zwar nicht völlig abgelöst, aber doch in Frage gestellt: Installationen, Objekte, Performance-, Land- und Video-Art, ortsbezogene oder zeitlich begrenzte Installationen, Stadtimplantate sowie eine zeitgemäße „Kunst im öffentlichen Raum“ ergänzten das Spektrum klassisch-plastischer Formulierungen und sind mittlerweile zu Ausdrucksmedien in einer Welt gesellschaftlicher Brüche und Perspektiven geworden. Der Vortrag von Dr. Peter Funken stellt diese Entwicklung vor und möchte sie in der Diskussion mit der Werkstattstipendiatin Sonja Vordermaier und dem Publikum thematisieren.

 

teefontaene.jpg Sonja Vordermaier, Teefontäne, aus der Fotoserie "Strange Order", 2003/04

 

Martin Walde, Wien

Werkpräsentation 

Martin Walde (geb. 1957), ehemaliger Documenta-Teilnehmer und international agierender Künstler, ist einer "Phänomenologie der Veränderung" auf der Spur, indem er zum Beispiel durch chemische und physikalische Prozesse sein Material transformiert, Interventionen im öffentlichen Raum vornimmt und den Betrachter am  Produktionsprozess beteiligt. Ausstellungsräume werden zu Werkstätten, in denen der Besucher als Gesprächspartner oder aktiv Mitwirkende tätig werden kann. Partizipation und Interaktion sind zentrale Begriffe seiner zumeist raumbezogenen Arbeiten. Statt von Skulptur, Objekt oder Installation zu sprechen, trifft daher eher der Begriff „performativer InterAktion“ (Maia Damianovic) auf seine Arbeiten zu. Weitere Informationen unter www.martinwalde.at. 
 

 

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Martin Walde, Hallucigenia I, 1989

 

Vortrag 2008

Jörg Heiser „Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“

„Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“ – unter diesem Titel fragt Jörg Heiser (geb. 1968), Berlin, Kunstkritiker für die Süddeutsche Zeitung und Chefredakteur der Kunstzeitschrift frieze, nach Kriterien für die Beurteilung zeitgenössischer künstlerischer Werke. Von allem gibt es mehr: mehr Künstler, mehr Sammler, mehr Galerien, mehr Museen, mehr Kunstmessen, mehr Publikum. Nur von einem gibt es weniger: Kriterien. Wie die Kunst verstehen und beurteilen? Sind die jungen Leipziger Maler mit ihren fein gepinselten Visionen automatisch gut, weil sich amerikanische Sammler um sie reißen? Was sagen gestiegene Auktionspreise über den Wert eines Werkes? Slapstick - eine künstlerische Methode als Antwort auf romantische Konzeptualität? 

 

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Abbildung aus Jörg Heiser, 
Plötzlich diese Übersicht – Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht, 
Berlin 2007

 

Jörg Heiser erläutert in seinem Vortrag Ideen, Haltungen und Methoden der zeitgenössischen Kunst im Beziehungsgeflecht von Kunstmarkt und allgemeinem Spektakel. Dabei gibt er anschaulich und begreiflich einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Gegenwartskunst.

 

Vortragsreihe 2009

Im Fokus: Skulptur und Raum

 

Anita Beckers, Galeristin, Frankfurt/M

Video / skulptural  und installativ

In ihrem Vortrag wird Anita Beckers über skulpturale und installative Elemente in der aktuellen Videokunst sprechen. Inwiefern lassen sich „bewegte Bilder“ mit dem Medium Skulptur in Verbindung bringen? Präsentationsformen werden schon in den 60er-Jahren entwickelt, die mittels Fernsehgeräten und Monitoren das Videobild in den realen Raum transportieren und ihm in Installationen und Performances skulpturalen Charakter geben.

Unter dem Begriff „Videoskulptur“ gewinnt seit den 80er-Jahren diese künstlerische Gattung immer größere Bedeutung. Inzwischen beziehen raumgreifende Video-Projektionen in Kombination mit skulpturalen Elementen und Licht den Betrachter auch körperlich in die virtuellen Erzählwelten ein. 

 

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Yves Netzhammer, »Möbel der Proportionen«, 2008, 
Mixed Media Installationsansicht, San Francisco MOMA 
Foto: Ian Reeves, Courtesy Galerie Anita Beckers, 
Frankfurt/M. 
Sammlung DekaBank, Frankfurt am Main

 

 

Anita Beckers setzt sich schon ihrer Frankfurter Galerie seit über 10 Jahren für Videokunst ein. International bekannte Videokünstler wie Björn Melhus, Yves Netzhammer und Julia Oschatz wurden von ihr maßgeblich gefördert. Außerdem ist sie Direktorin für Medienkunst des Studio Residency Program JA.CA in Belo Horizonte (Brasilien). 

 

Marko Lulic, Wien  

„Zerbrochene Räume“

Werkpräsentation

 
Marko Lulic, der in diesem Jahr den Werkstattpreis erhalten hat, wird seine skulpturale und installative Arbeit vorstellen und dabei auch über seine Projekte im öffentlichen Raum sprechen, die realisierten und die nicht realisierten. 
 
„In den letzten zehn Jahren habe ich mich in meiner Arbeit sehr stark mit Körper und Raum beschäftigt. Ein großer Teil davon war der Skulptur der Moderne und da wiederum der Skulptur im öffentlichen Raum gewidmet. Die Arbeiten sind zu einem großen Teil referenziell und beziehen sich auf die Kunstgeschichte, aber sie tun das, trotz eines konzeptuellen Ansatzes, als Bildhauerei, aus dem Objekt heraus, an der Form arbeitend. Alle Arbeiten, auch die, die direkte Remakes sind, haben immer den Charakter des „Begreifens“ und „Nachzeichnens“ im buchstäblichen Sinne.“ (Marko Lulic) 

 

Vitus H. Weh, Kunstkritiker, Museumsberater und Ausstellungsmacher, Wien 

Crossing und Hotspot
Kunst im öffentlichen Raum heute


Die Utopie des öffentlichen Raums verspricht einen hierarchiefreien Ort, um Meinungen, Blicke, Gesten und Gaben auszutauschen. In der Realität aber ist ein innerstädtischer Platz permanent überlagert von kommerziellen, repräsentativen oder sonstigen Partikularinteressen. Auch die Kunst hat in diesen Kampfarenen lange Zeit die Machtkarte ausgespielt: Wie viele Plätze können für die Kunst erobert werden? Wie viel Publikum kann eine Plastik „konfrontieren“?


Aber es geht auch anders. Der Vortrag präsentiert künstlerische Strategien, die nicht auf die „Drop-Sculpture“ setzen, nicht ein autonomes Werk platzieren wollen, sondern sich auf die Umgebung einlassen und es produktiver finden,  einen Ort oder eine vorhandene Skulptur künstlerisch zu kommentieren, als eine neue zu erschaffen.


 

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Thomas Schütte, Projekt: Modell für ein Museum, Hansewinkelplatz Münster, 2007

Foto: Roman Mensing/artdoc.de

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